Projektbeschreibung
Die schrittweise Öffnung der Archive hat die Forschung zur russisch-sowjetischen Geschichte auf eine neue Grundlage gestellt. Seit Ende der 80er Jahre erschien eine Flut neuer Publikationen (von Aufsätzen, Monographien, Akteneditionen). Sie beziehen sich auf alle Epochen der sowjetischen Geschichte; sie dokumentieren und analysieren die Entwicklung von Staat und Partei, des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens, die Weichenstellungen der Außenpolitik. Leider bleiben es oft Arbeiten von Spezialisten für Spezialisten. Sprachbarrieren und die Ausdifferenzierung des Faches behindern ihre Rezeption in einer breiteren wissenschaftlichen und außerwissenschaftlichen Öffentlichkeit.
Das Projekt „100(0) Schlüsseldokumente der russischen und sowjetischen Geschichte (1917 – 1991)“ wendet sich an eben diesen Adressatenkreis. Es versucht, anhand von Texten (wozu sich später auch Ton- und Bilddokumente gesellen werden) in die sowjetische Geschichte und den aktuellen Stand ihrer Erforschung einzuführen. Die Zahl 100 soll darauf verweisen, daß es sich nur um eine begrenzte Auswahl handeln kann, die dritte Null in Klammern deren prinzipielle Offenheit bekunden. Der Leser wird altbekannten und neuen Dokumenten zur sowjetischen Außen- und Innenpolitik, zur Sozial- und Kulturgeschichte begegnen, ein kurzer einführender Kommentar erklären, warum und wofür das ausgewählte Dokument ein „Schlüsseldokument“ ist, den Stand der Forschung referieren und Hinweise auf weiterführende Literatur geben. Die Edition gibt die Dokumente außer im Faksimile (Image) auch in einer russischen Computerübertragung (Volltext) und in einer deutschen Übersetzung wieder. Sie beginnt mit grundlegenden Texten zur Außenpolitik sowie zur staatlichen und politischen Entwicklung im Inneren (Texte zur Sozial- und Kulturgeschichte folgen).
Das Vorhaben ist erwachsen aus Debatten der Gemeinsamen Kommission für die Erforschung der deutsch-russischen Beziehungen. Der Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg und das Institut für Allgemeine Geschichte der Russischen Akademie der Wissenschaften (Moskau) haben die Federführung, russische und nicht russische Historiker die Kommentierung der Dokumente übernommen. Die Koordination des Projektes liegt in den Händen einer Redaktion am Erlanger Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte, die technische Umsetzung bei der Bayerischen Staatsbibliothek (München). Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesministerium des Innern (Berlin).
Kooperationspartner: Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte und Zeitgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg (Prof. Dr. Helmut Altrichter)
Kooperationspartner: Institut für Allgemeine Geschichte, Russische Akademie der Wissenschaften (Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften, Prof. Dr. Aleksandr Čubar'jan)
Kooperationspartner: Bayerische Staatsbibliothek, München: Referat Digitale Bibliothek (Dr. Markus Brantl, Dr. Margarete Wittke)
Beteiligte Archive und Museen: Rossijskij Gosudarstvennyj archiv social'no-političeskoj istorii (RGASPI), Moskau (Dr. Kirill Anderson)
Gosudarstvennyj archiv Rossijskoj Federacii (GARF), Moskau (Dr. Sergej Mironenko)
Rossijskij gosudarstvennyj archiv novejšej istorii (RGANI), Moskau (Natal'ja Tomilina)
Archiv vnešnej politiki Rossijskoj Federacii (AVP RF), Moskau (Nadežda Mozžuchina)
Bundesarchiv, Koblenz (Prof. Dr. Hartmut Weber)
Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes; Berlin (Dr. Ludwig Biewer)
Gosudarstvennyj central'nyj muzej sovremenoj istorii Rossii (GCMSIR), Moskau (Tamara Šumnaja)
Förderung: Bundesministerium des Inneren, Berlin
Redaktion: Lilia Antipow (M.A.), Dr. Matthias Stadelmann, cand. phil. Michael Birkmann, Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte und Zeitgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg
Koordination: Lilia Antipow (M.A.), Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte und Zeitgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg;
Dr. Aleksandr Šubin, Dr. Viktor Iščenko, Institut für Allgemeine Geschichte, Russische Akademie der Wissenschaften, Moskau
Status: laufend
Danksagung
Die Leitung und Redaktion des Projekts danken besonders folgenden Personen:
Eberhard Kuhrt (Bundesministerium des Inneren, Berlin), Prof. Dr. Hartmut Weber (Bundesarchiv, Koblenz), Dr. Kirill Anderson (RGASPI, Moskau), Dr. Sergej Mironenko (GARF, Moskau), Natal'ja Tomilina (RGANI, Moskau), Nadežda Mozžuchina (AVP RF, Moskau), Tamara Šumnaja (GCMSIR, Moskau), Larisa Malašenko (RGASPI, Moskau), Dr. Aleksej Litvin (GARF, Moskau), Galina Urvačeva (GCMSIR, Moskau), Galina Balakireva (GCMSIR, Moskau), Brigitte Lichtschlag (Lehrstuhl für Osteuropäische Geschichte und Zeitgeschichte, Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen/Nürnberg)




